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Ein einfaches Beispiel zeigt deutlich den Unterschied zwischen der normalen "Kompassrose" eines Standard-GPS wie zum Beispiel dem Garmin GPS III+
und der "HSI"-Anzeige des Garmin GPS III Pilot. Gleichzeitig sehen wir
in dieser Simulation auch klar den Unterschied zwischen einer einfachen Wegpunktverfolgung und dem Beibehalten eines festgesetzten Kurses.
Achtung :
die Skizze dient zur Veranschaulichung und ist nicht winkeltreu.
Der Pilot
beschließt in (1), von seinem derzeitigen Standpunkt, dem Punkt A, in
einer gerade Linie zum Punkt B zu fliegen. Der vorgegebene Kurs ist zufällig
genau Nord, also 0 Grad, und der Pilot richtet seinen Schirm genau auf
den Kompasskurs 0 Grad. Auf seinen beiden GPS-Geräten, dem IIIPilot und
dem IIIPlus, aktiviert er "GOTO B". Beide GPS bestätigen : das BRG (also
der nötige Kurs, um dort anzukommen) ist 0 Grad, die COURSE (also der
Kurs zwischen A und B im Moment der Routendefinition) ist folglich ebenfalls
0 Grad, der Kursfehler ist 0 Meter, und der Pilot bewegt sich genau auf
B zu, folglich ist sein TRK (Sein reeller Kurs über Grund) auch 0 Grad.
Jetzt kommt auf einmal ordentlicher Seitenwind auf. Der Pilot, der immer
noch einen Kompasskurs von 0 Grad hält, wird seitlich abgedriftet : sein Kurs über Grund beträgt 330 Grad. Er merkt erst spät, was ihm geschieht,
und muß in (2) an der XTE- (oder Off Course-) Anzeige feststellen, dass
er schon 1000 Meter seitlich vom ursprünglichen Weg in westliche Richtung abgekommen ist. Natürlich stimmt die Peilung BRG jetzt nicht mehr mit
jener der COURSE überein : der COURSE von A nach B war und bleibt 0 Grad,
die neue Peilung BRG zum Waypoint B ist jetzt aber 5 Grad. Diese Zahlen
werden natürlich von beiden GPS-Empfängern gleich angegeben, nur die grafische
Umsetzung ist anders. Beide Kompasse sind zwar auf die gleiche Weise in
Richtung des Kurses über Grund verdreht, aber die Nadel zeigt nicht genau
in dieselbe Richtung. Jene vom IIIPlus zeigt 5 Grad an und damit in die
Richtung des WPT. Der Pilot muß seine Fahrtrichtung nur so weit nach rechts
drehen, bis die Nadel wieder genau nach oben auf dem Bildschirm zeigt :
sein Kurs über Grund stimmt dann wieder mit der Peilung zum Waypoint überein,
und er kommt an. Das ist das typische Verhalten der meisten GPS. Die Nadel
des III Pilot hingegen bleibt auf 0 Grad und zeigt damit die alte COURSE
an. Dafür ist ein Stück aus der Nadel herausgebrochen und nach rechts ausgewandert. Warum ? Weil der IIIPilot davon ausgeht, daß sein Gebieter
nicht "irgendwie" von "irgendwo" in B ankommen will, sondern auf der ursprünglichen
Route A-B. Schließlich könnten links und rechts dieser Straße gefährliche
Zonen oder Verbotszonen liegen. Das heißt, der IIIPilot lockt den Piloten
primär auf die Route zurück und nicht in Richtung B, selbst wenn dadurch
die Strecke etwas verlängert werden sollte. Der Benutzer des IIIPilot
müßte also solange nach rechts auf das ausgebrochene Nadelstück zufliegen,
bis er wieder auf der ursprünglichen Route angekommen ist. Dann wüchse
die Nadel wieder zusammen, und alles wäre im wahrsten Sinne des Wortes
im Lot. Der Pilot in unserem Beispiel reagiert aber so, wie die meisten
Freiflieger reagieren würden : "Jetzt bin ich eben abgekommen, dann fliege
ich eben von hier aus direkt auf B zu". Er schätzt den nötigen Vorhaltewinkel
zur Kompensation der Abdrift auf 30 Grad ein und stellt somit den Schirm
auf den Kompasskurs 35 Grad. Siehe da : der Kurs über Grund beträgt 5 Grad
und entspricht somit der BRG von 5 Grad : bald wird der Gleitschirm in
B einschweben. Der Course Error beträgt zunächst noch 1000 Meter, nimmt
dann aber wieder ab : schließlich kommt der Pilot nicht nur dem Waypoint
B immer näher, sondern verringert auch die seitliche Distanz zur ursprünglichen
Route. Das merkt auch der IIIPilot : seine Nadel zeigt zwar im Gegensatz
zum IIIPlus nicht genau nach oben, sondern trotzig weiter in Richtung
Nord und damit etwas nach links. (Wer dem IIIPilot einmal A-B gesagt hat,
muß auch bei A-B bleiben, basta !) Dafür kommt aber das verlorene Nadelstückchen
schüchtern wieder in Richtung Zentrum zurück und verschmilzt im Moment
des Überflugs wieder mit dem Rest des Zeigers zusammen : spätestens in
diesem Moment ist der Pilot ja wieder auf der ursprünglichen Route ! Ganz
so streng will der IIIPilot sowieso nicht sein : auf Wunsch zeigt er in
einer anderen Ansicht auch einen klassischen "Pointer" in Richtung des
anvisierten Waypoints an. Der geschilderte Vergleich sollte die häufig
auftretende Verwechslung zwischen den Begriffen "Track", "Bearing", "Course",
"Course Error" und "To Course" ausräumen. "To Course" ist übrigens die Richtung, die das Gerät dem Piloten vorschlägt, um möglichst effizient
wieder auf den ursprünglichen "Course" zurückzukommen. Trotz aller Unbeschwertheit
unserer Sicht-Navigation sollten wir auf eine deutliche Trennung zwischen
dem einfachen Anflug auf einen Punkt und der Einhaltung einer festgelegten
Route achten. Ganz besonders wichtig ist das in einer Situation, wo das
GPS wirklich nicht gebraucht wird : beim Windenstart nämlich. Manchmal
ist es den Fluglehrern nicht einfach, ihren Schülern zu erklären, das
die Achse gegen die Winde und vor allem gegen den Wind eingehalten werden
soll. Auf die Winde zufliegen ist einfach : das geht fast automatisch aus
allen Richtungen. Viel wichtiger ist es aber noch, die vorher festgelegte
Achse in Gegenwindrichtung einzuhalten und sich nicht seitlich versetzen
zu lassen. Wenn es doch passiert, ist sanftes Zurücksteuern in Richtung
der "kaputten Nadel" angesagt !
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